Newsletter 3/2025
Erscheinungsdatum: 20. August 2025
Mit diesem Newsletter verabschiedet sich das Projekt DiBiWohn nach fünf Jahren Einsatz für die soziale und digitale Teilhabe für Menschen im Betreuten Wohnen und der Pflege von Ihnen.
Wir danken Ihnen herzlich für Engagement!
Essenzen aus dem Verbundprojekt
Das Projekt zeigte, dass digitale Bildungsangebote auch im hohen Alter erfolgreich umgesetzt werden können, vorausgesetzt, sie sind an Bildungsstand, digitale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Gesundheitsstatus angepasst. Mobile, fitte Ältere profitieren von Peer-to-Peer-Formaten, während für vulnerablere Gruppen „passive“ Angebote wie digitale Formate zur Unterhaltung, Gemeinschaft, Kommunikation und Kultur geeignet sind.
Hürden waren vor allem fehlende technische Ausstattung, personelle Ressourcen und mangelnde Vernetzung mit Ehrenamt und Kommune. Erfolge waren der Abbau von Internetängsten, der Aufbau digitaler Grundkompetenzen und teils sogar der Wechsel von Teilnehmenden zu Technikbegleitenden.
Langfristig kann erworbene Digitalität den Sozialraum durch hybride und virtuelle Kontakte erweitern. Bildungsbiografische Bezüge erwiesen sich dabei als zentral für wirksame, adressatengerechte Angebote mit wichtigen Impulsen für Praxis und die mediengeragogische Arbeit.
A. Neues aus dem Projekt
1. Rückblick Transferphase
Mit dem Projektende am 31.08. endet auch die letzte Phase des Projekts: der Transfer.
Im Transfer haben wir
- 4 Materialien entwickelt:
Handreichung für Einrichtungen, Wegweiser für die Technikbegleitung, Orientierungshilfe durch den Materialiendschungel für die Technikbegleitung und den Methodenkoffer „Digital im Alltag" - 9 Transferveranstaltungen mit 230 Teilnehmenden veranstaltet
- 18 Projektpräsentation mit den Ergebnissen und dabei über 600 Interessierte erreicht
- 3 deutschlandweite Qualifizierungen mit über 100 Technikbegleitenden und 3 Online-Basis-Qualifizierungen mit 50 neuen Technikbegleitungen durchgeführt
- Modellstandort Stuttgart: 2 Basis-Schulungen in Stuttgart mit 29 Technikbegleitenden, 4 Praxiserkundungen und eine Methodenschulung für Sozialarbeitende
2. Einblick Befragung „DiBiWohn-Transfer: Praxis-Check“
Im Juli haben wir die am Transfer beteiligten Multiplikator:innen befragt. 91 Personen nahmen teil – darunter 65% aus dem Ehrenamt, 28% aus dem Hauptamt, die restlichen Befragten gaben anderer Funktionen an.
Der Peer-to-Peer-Ansatz zeigte sich auch im Altersdurchschnitt der Ehrenamtlichen: 69,4 Jahre.
Rund ein Viertel der Teilnehmenden war im Betreuten Wohnen tätig (27 %), ebenfalls etwa ein Viertel im Stadtteil, der Kommune oder in Seniorenbüros (26%). Knapp jede bzw. jeder Sechste arbeitete in der stationären Langzeitpflege (16 %). Deutlich seltener vertreten waren ambulant betreute Wohngemeinschaften und die Tagespflege (je 3 %) sowie der ambulante Dienst (2 %).
Etwa ein Viertel der Befragten bietet offene Sprechstunden an (23 %), ähnlich häufig gibt es regelmäßige Gruppenangebote (21 %) oder individuelle Eins-zu-eins-Unterstützung nach Bedarf (21 %). Einzelne thematische Gruppenangebote und regelmäßige Eins-zu-eins-Treffen sind jeweils bei 14 % vertreten. In 7 % der Fälle gibt es bislang noch keine Angebote.
Mehr als die Hälfte setzt vor allem auf aktive Methoden (55 %), knapp ein Drittel kombiniert aktive und passive Formate (29 %). Nur passive Methoden werden von 12 % umgesetzt, noch keine Methoden wenden 4 % an.
Am häufigsten werden die Lebensbereiche „Unterstützung bei digitalem Basiswissen“ und „Soziale Kontakte“ bei den Teilnehmenden wahrgenommen. Mittlere Bedeutung haben Weiterbildung, Kultur und Kreatives, sowie Medienkonsum und Gesundheit. Religion und Spiritualität werden eher nicht wahrgenommen.
Die Mehrheit der Einrichtungen (62 %) hat ihre digitalen Bildungsangebote bereits für das Quartier oder den Stadtteil geöffnet, 38 % bislang noch nicht.
Die Materialien des Projekts wurden insgesamt als hilfreich eingestuft (3,95/5).
Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung vor Ort: Am häufigsten genannt wurden fehlende technische Infrastruktur (46 %) und eine unzureichende Verfügbarkeit digitaler Geräte (36 %). Ein Drittel der Befragten (33 %) sieht Probleme bei der Gewinnung oder Qualifizierung von Technikbegleitenden. Weitere Hürden sind die Ansprache und das Interesse von Internetneulingen (28 %), fehlende Unterstützung durch Einrichtung, Leitung oder Träger (26 %) sowie Probleme bei der Nutzung von Räumlichkeiten (22 %). Unter „Sonstiges“ (20 %) wurde vor allem das Fehlen kommunaler oder quartiersbezogener Unterstützungsstrukturen (14,5 %) genannt. Vertiefende Ergebnisse zur Einbindung im Quartier und an den Modellstandorten werden noch aus den sechs Fokusgruppen im Transfer erwartet.
3. Rückblick: Letztes Verbundtreffen - Rückblick auf fünf inspirierende Jahre mit DiBiWohn
Am 24. Juli hieß es in Leimen: „Vorhang auf zum großen Finale!“ Zum letzten Mal kamen alle Projektpartner*innen des DiBiWohn-Projekts zusammen, um gemeinsam auf stolze fünf Jahre Projektlaufzeit zurückzublicken. Mit dabei: viele spannende Erinnerungen – etwa an die Anfänge des Projekts, die noch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie standen und uns vor besondere Herausforderungen stellten. Doch gemeinsam haben wir Großes geleistet: Über 20 Einrichtungen waren am Projekt beteiligt, viele Internetneulinge haben bei uns ihre allererste E-Mail verschickt und unsere Technikbegleiter*innen standen ihnen dabei engagiert zur Seite.
Vier umfangreiche Projektmaterialien, zahlreiche Publikationen und jede Menge Vorträge spiegeln die Vielfalt und Wirkung unserer Arbeit wider. Ein zentrales Thema beim Abschlusstreffen war natürlich die Frage: Was bleibt von DiBiWohn? Jede Partnerorganisation präsentierte dafür ihre eigene Strategie, um die digitale Technikbegleitung auch nach Projektende weiterzuführen – lokal, nachhaltig und mit viel Herzblut. Bereits vorab hatten wir gemeinsam mit unseren Technikbegleiter*innen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Erfolge gefeiert und Erfahrungen ausgetauscht. Jetzt stand beim Abschlusstreffen noch eine interne Projektevaluation auf dem Programm, bevor wir den Tag bei bestem Wetter und mit leckeren syrischen Spezialitäten ausklingen ließen.
So bleibt uns vor allem eines: Danke zu sagen für fünf einmalige Jahre voller Engagement, Austausch und Zusammenhalt!
B. Materialien / Webseite
1. Broschüren und Methodenkoffer
Die Materialien unterstützen Technikbegleitende und Einrichtungen dabei, niedrigschwellige digitale Angebote für ältere Menschen zu entwickeln und umzusetzen.
Alle Unterlagen sind über den DigitalPakt Alter kostenfrei bestellbar oder als PDF verfügbar.
Die Materialien:
- Methodenkoffer „Digital im Alltag“
Karteikarten mit erprobten Methoden für niedrigschwellige digitale Angebote - Wegweiser Technikbegleitung
Kompakte Anleitung für Technikbegleitende in Pflege und Betreutem Wohnen - Orientierungshilfe im Material‑Dschungel
Kriterien und Tipps, mit denen Engagierte passende Lernmaterialien für Internet‑Einsteiger:innen finden - Handreichung „Digitale Teilhabe in Einrichtungen“
Strategien und Beispiele für Einrichtungsleitungen, um digitale Projekte aufzubauen
Jetzt Materialien bestellen:
https://www.digitalpakt-alter.de/aktuelles/materialen-des-projekts-dibi-wohn-bestellbar/
Oder direkt als PDF herunterladen: https://dibiwohn.org/?Technikbegleitung
2. Projektwebseite mit Dokumentationen weiterhin erreichbar
Die Webseite https://dibiwohn.org/ wird auch nach Projektende durch die MKFS betreut; es lohnt sich auch in Zukunft vorbei zu schauen.
Auf der Projektwebseite finden Sie die Dokumentationen und Präsentationen, zum Teil auch Videoaufzeichnungen unserer vergangenen Veranstaltungen.
- Präsentationen und Videoaufzeichnungen der Abschlussveranstaltung des Projektes auf dem Deutschen Seniorentag von April 2025
- Dokumentationen der Qualifizierungen für Technikbegleitende
- Präsentationen der Transfer-Veranstaltungen
- Aufzeichnungen, Präsentation und Protokolle des Symposiums von März 2024
3. E-Learning „Gemeinsam digitale Welten entdecken“ für die Technikbegleitung
In dem E-Learning-Kurs erhalten Technikbegleitende praxisnahes Wissen, erprobte Methoden und Erkenntnisse aus dem Projekt DiBiWohn. So können flexibel und im eigenen Lerntempo die Grundlagen und die Praxismethoden gelernt werden. Der Kurs ist hier zu finden.
C. Veranstaltungen
1. Ausblick weitere Termine und Aktivitäten
Das Projekt endet am 31. August 2025.
Mehrere Artikel für Fachzeitschriften sind in Arbeit.
Befunde aus dem Projekt DiBiWohn auf der DGGG: 18.-19.09.2025 in Jena
Auf der Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) werden zentrale Projektergebnisse aus allen drei Forschungsfeldern vorgestellt. Darunter Befunde zur Digitalität im Alter und speziell zu Technikbegleitenden, sowie Essenzen aus der Bildungsbiografie- und Sozialraumforschung. Zudem werden aus der Praxisforschung Ergebnisse zur Nutzung der verschiedenen Handreichungen (u.a. Methodenkoffer „Digital im Alltag“) präsentiert sowie zur Evaluation der Transfermaßnahmen. Unter diesem Link sehen Sie die vorläufige Planung des Programmpunktes "S53 - Digitalität und digitale Teilhabe im hohen Alter – Konzepte und Befunde aus dem Projekt DiBiWohn".
Waiblinger Seniorentag, 01.10.2025: 14 Uhr: Vortrag mit Fragerunde: Digitale Bildung und soziale Teilhabe im Alter, Prof. Dr. Michael Doh, KH Freiburg. Mit Befunden aus dem Projekt DiBiWohn. Link zum Programm
10. Fachtag PflegeDigital@BW - Wie kann Digitalisierung Teilhabe unterstützen? - 09.10.2025, Stuttgart. Veranstalter: Landeskompetenzzentrums Pflege & Digitalisierung Baden-Württemberg. Mit Fachvortrag von Prof. Dr. Michael Doh, KH Freiburg. Mit Befunden aus dem Projekt DiBiWohn. Save-the-date-Link; witere Infos folgen auf der angegeben Seite später.